Graf Saint Germain in der Literatur Fehler Friedhard Radam Bilder Sitemap Links Literaturliste
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| Fehler in Quellen und nachfolgenden Texten 1. Pseudoquellen Der Betrachtung der eigentlichen Quellentexte muß ich die der Erzeugnisse vorausschicken, die nur als solche galten, aber zum Teil immer noch für echt gehalten werden. Um es gleich zu sagen: danach bleibt nicht mehr sehr viel übrig. In Parenthese möchte ich hier die Lage bei Mme. de Pompadour heranziehen, die infolge ihrer Position als engste Vertraute und politische Ratgeberin des Königs von Frankreich natürlich mit Saint-Germain in Verbindung stand und deshalb in diesem Zusammenhang nicht unwichtig ist. Von ihr gibt es mehrere, zum Teil vielbändige, Briefausgaben (auch in der SuUB), die als Zeugnisse in biographischen Darstellungen herangezogen werden. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß vermutlich die allermeisten dieser Briefe der Hand eines Herrn Barbé-Marbois entsprungen sind. Ähnlich ist die Lage beim Grafen von Saint-Germain. Vier der angeblichen Memoiren, die bis in unsere Zeit hinein als Zeugnisse angeführt und verwertet werden, sind später entstandene Fälschungen, von denen allein drei zumindest zum allergrößten Teil aus der Feder des Baron Etienne de Lamothe-Langon stammen. Wenn heutzutage Hermann Schreiber der „Konsalik der Sachliteratur" genannt werden kann, dann war Lamothe-Langon der französische Hermann Schreiber des 19. Jahrhunderts. Bei ihm und dann vervielfältigt bei schriftstellerischen Nachfahren finden sich die Geschichten von Saint-Germain als Beschwörer von wunderschönen, aber nach Aas stinkenden, da schon längst toten Bräuten oder die vom berüchtigten "Hirschpark" Ludwig des Vielgeliebten, in dem der Graf erst ein Mädchen zum Scheintode bringt, um ihr die Umarmungen des Königs zu ersparen und sie dann, nach Abkühlung und Abtreten Ludwigs wieder aufzuwecken oder auch die Saga von der Kammerzofe, die heimlich einen zu großen Schluck von seinem 'Elixier' nahm und als Embryo wiedergefunden wurde - und so weiter.
|  St. Germain |