Graf Saint Germain in der Literatur

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Friedhard Radam

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Radam-Inhalt

Datenschema
Fakten

1696 (28.5.) Geburt in Cluj (Klausenburg); Eltern: Franz II. Rakoczy , Fürst
von Siebenbürgen (Transsylvanien) ; Amalie Charlotte von Hessen-Rheinfels

Vornamen: Leopold Georg
oder
1700 in Bayonne
Eltern: Marie-Anne von Pfalz-Neuburg;
Juan-Thomas Enrique de Cabret Herzog von Rioseco, Graf von  Melgar, Almirant von Kastilie
1743 London, erstes Erscheinen in der Öffentlichkeit, (erstes Dokument aus dem Jahre 1745); u.a. mit Prinzen von Wales bekannt; für kurze Zeit in
bis seiner Wohnung als "Jakobit" (oder auch angeblicher Spion) arretiert; Bekanntwerden als Violonvirtuose und Komponist,

1746 nach Deutschland, von wo er, nach eigenen Worten, auch
hergekommen (selten genauer lokalisiert); seit ca. 1740 lasse er dort auf
einer "domaine" Leute für sich an Farbherstellung arbeiten;

(1755) Reise nach Indien mit Oberst Clive (nach Graf Lamberg, daher
fraglich). (s. Bibliographie).

1758 Paris, dann königl. Schloß Chambord / Loire, nach Empfehlungsbrief an Marquis de Marigny, Bruder Mme. Pompadours;
bei Hofe eingeführt; in Ch. Laboratoriumsarbeiten(offiziell mit Farben);
bis Ende desselben Jahres wieder eingestellt wegen Schwierigkeiten des
Transports von Materialien aus Deutschland; Teilnahme an "petits
soupers du roi", dort Erzählungen von Reisen nach Rußland, Türkei,
Asien, Afrika.

1760 im geheimen Auftrag von Marschall de Belle-Isle (Kriegsminister) / Mme. Pompadour / Ludwig XV. in Holland zwecks
1.Aufnahme eines Kredits für den König von Frankreich (vielleicht nur
Tarnung);
2. Friedensunterhandlungen mit England über den Botschafter Yorke,
(im Ansatz auch mit Preußen); Scheitern
a) weil er für Engländer nicht ausreichend autorisiert;
b) da er vermutlich aus Eitelkeit zuviel in der "Öffentlichkeit
ausplaudert;
c) da Außenminister hinter das Komplott gegen seine offizielle Politik
kommt und St.-Germain verhaften lassen will; vom König
fallengelassen; mit Hilfe hol. Regierungsmitglieder Flucht nach England,
dort als unerwünschte Person wieder abgeschoben;
Version a): Berührungsängste der offiziellen Stellen,
b): St.-Germain = angeblicher Spion Choiseuls (!);
heimlich wieder zurück nach Holland, dort unter Schutz des Grafen
Bentinck van Roon (Bevollmächtigter des Rates der Generalstaaten).

1760 Erwerb von Schloß und Gut Ubbergen in Gelderland (als M. de Surmont); Laboratoriumsarbeiten; Besuch seines Freundes, des Malers Pierre Rotari, in Rußland, wieder zurück nach Ubbergen.

1763 Minister Choiseul entlassen, Ende der Verfolgung; nach Tournai in österr. Niederlanden; Verbindung mit kaiserlichem Botschafter Cobenzl; zunächst mit dessen Wohlwollen Beteiligung an Gründung einer Fabrik (Tuchfärberei); nach Miteinbeziehung von Minister Kaunitz wird er schließlich von Habsburg ausgebootet.

1764 Reisen und Aufenthalte in Italien. Mantua?, Genua?, gesehen von Graf Lamberg in Venedig "au milieu de cent femmes", die für ihn Linnen
bleichen; 1767 in Sienna (nach Mme. de Genlis).

1774 beim Markgrafen von Ansbach in Schwalbach bis und Triesdorf / Mittelfranken.

1776 in Sachsen; offizieller Antrag des Grafen Marcolini, seine "Geheimnisse" gegen Belohnung mit wichtigem Posten dem Dresdner Hof zur Verfügung zu stellen; lehnt ab, da er es nicht nötig habe, sich in Dienst zu begeben. Interesse verschiedener Fürstenhöfe an ihm, auch seitens Friedrich II. von Preußen, aber "uniquement par curiosite"; er schickt Friedrich eine Liste seiner Fertigkeiten (s. Folgeseiten), erhält keine Einladung, sei aber "libre de venir á Potsdam"; St.-Germain verzichtet.

1777 auf Einladung Friedrich Augusts von Braunschweig und mit Zustimmung Friedrichs II. in Berlin; Verkehr in dortiger Gesellschaft; sicher: Besuch bei Prinzessin Amalie, Schwester Friedrichs (nach einigen Autoren auch Empfang bei diesem selbst).

1778 Altona (damals Hauptstadt des dänischen Holstein); Aufnahme von
Kontakten mit Landgrafen Karl von Hessen-Kassel, dem Statthalter des Dänenkönigs.

1779 nach Schloß Gottorf/Schleswig, dessen Residenz; Karl wird sein Freund und Schüler; alchimist. / chem. Arbeiten im "Freimaurerturm des Sommersitzes Louisenlund an der Schlei; Herstellung des "Carls-Metalls", einer Legierung, die noch jetzt in der Eisenhütte zu Rendsburg-Büdelsdorf verarbeitet wird; gibt viele Hinweise zur Herstellung von Pharmazeutika; u. a. für den heute noch gemischten "Saint-Germain-Tee".

1781 Übernahme der ehemals Otteschen Fabrik in Eckernförde; wieder Versuche mit Färben von Stoffen; 1784 (27.2.)Tod in Eckernförde; in der dortigen St.- Nicolai-Kirche beigesetzt.


dieser Text ist noch unvollständig in der Internetversion. Da er bisher praktisch unveröffentlicht ist, dürfte es besser sein ihn wenig ansprechend, als nicht zu publizieren. (fst) Ungestaltetes Scan-Exemplar Fußnoten aus techn. Gründen entfernt Die Seiten werden gelegentlich ergänzt.


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