Der Graf von Saint Germain

Ein Tempel der Weisheit 3

 

Peter Schraud

Und doch muss man nur an die „Zauberflöte“ denken, einen unterirdischen Raum mit Pyramide, um die Stimmung am künstlichen Teich zu erfassen. Deshalb sei es aus szenischen Anweisungen des Freimaurers Emanuel Schikaneder zitiert (1791): „Das Theater verwandelte sich in das Gewölbe von Pyramiden (2,20)
Das Theater verwandelt sich in zwei große Berge; in dem einen ist ein Wasserfall, worin man Sausen und Brausen hört – wo das Wasser ist, liegt schwarzer Nebel. Die Szenen sind Felsen – Zwei schwarz geharnischte Männer führen Tamino herein – sie lesen ihm die transparente Schrift vor, welche auf einer Pyramide geschrieben steht. Diese Pyramide steht in der Mitte ganz in der Höhe.“
(2,28) Es folgt das Duett der beiden Geharnischten: „Der, welcher wandert diese Straße voll Beschwerden / wird rein durch Feuer, Wasser / Luft und Erden / Wenn er des Todes Schrecken überwinden kann / Schwingt er sich aus der Erde himmelan / Erleuchtet wird er dann im Stande sein / Sich den Mysterien der Isis ganz zu weihn.“
Das Feuer muss man sich, ähnlich den Fackeln oder erleuchteten Pyramidenlampen der Oper, auch in der Louisenlunder Grotte anwesend denken, zumindest in den drei rituellen Kerzen. Da die Arbeiten an Grotte und Wasserfall, wie wir aus der Korrespondenz mit dem Freimaurer Hofsekretär Bohemann wissen, erst um 1800 begonnen und nach 1801 fortgeführt wurden, ist die konkrete Anregung durch Mozarts Zauberflöte jedenfalls nicht von der Hand zu weisen.


Säule Friedhof Louisenlund
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