Der Graf von Saint Germain

Graf St. Germain

 

Peter Schraud

 

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Doch schließlich war Carl um seinen 35. Geburtstag herum Schüler eines ganz besonderen Meisters geworden: Graf Saint Germain, der im Herbst 1779 in Schleswig angelangte und viereinhalb Jahre blieb – man kann also vier Sommer in Louisenlund zählen bis zu seinem Tod in der von Carl vorgesehenen, neu eingerichteten Farbenfabrik in Eckernförde am 27. Februar 1784.
Wir müssen uns Carl als einen sehr wissbegierigen, gelehrigen Schüler und Freund vorstellen. Viele Stunden täglich offenbarte ihm der über 80jährige Eingeweihte die Geheimnisse der Natur und der Menschheitsentwicklung, mancherlei alchemistische Experimente führten sie gemeinsam aus, eigenhändig rührte Carl in den großen Bottichen zum Färben der Seidenstoffe, denn dieses Projekt sollte die Industrie des kleinen Landes anheben. Aus Saint Germains Versuchen mit dem schwarzglänzenden „Carl-Metall“ ist nach einigen Zwischenstufen die Carlshütte in Rendsburg entstanden. Carl wusste, dass er an der Seite des meistverleumdeten Europäers seiner Zeit selbst in ein schiefes Licht kommen konnte, dass die Mitwelt ihn als leichtgläubigen Schwärmer einstufen würde. Aber man soll Carls frühgereifte Urteilsfestigkeit nicht gering schätzen. Das beste Beispiel ist sein symptomatisches Eintreten für den christlichen Glauben gegenüber dem beißenden Spott Friedrichs des Großes (siehe Ergänzung).


Dr. Peter Schraud in Louisenlund
 

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